Sohbat Sheikh Hassan
Big Dhikr
Osmanische Herberge Kall, 6. Juni 2026
Jeder ist herzlich willkommen. Es ist eine ständige Einladung von Allah, subhana wa ta’ala — die ist eigentlich ständig. Und heute haben wir uns verabredet, weil wir uns verabreden müssen, um zusammen zu kommen. Aber es ist im Grunde genommen eine Verabredung, die schon vorher feststand, sozusagen, weil Allah ﷻ sie schon beschlossen und in unser Schicksal geschrieben hat. Und dies ist nur die Erscheinung Seiner Bestimmtheit — dessen, was Er bestimmt hat.
Deswegen sagen wir, Alhamdulillah. Alhamdulillah. Wir müssen uns erinnern.
Erst einmal, hat jemand eine Frage? Hat jemand irgendeine Frage?
Sheikh Omar? Ne, außer du.
(Lächelt verschmitzt.)
(Nun wieder ernst:) Sag mal, hast du eine Frage?
Omar: Was charakterisiert einen Derwisch?
Sheikh Hassan: Darvish, vom Wort her — aus dem Persischen, soweit ich mich erinnere — bedeutet: derjenige, der an der Tür wartet. An welcher Tür wartet er denn? An welcher Tür?
O: An der Tür vom Sheikh.
SH: Genau. Das ist der Derwisch. Den kann er auch als Teppich benutzen. Der Sheikh benutzt ihn als Teppich, wenn er morgens aus dem Haus geht und wenn er reingeht, und putzt sich die Schuhe an ihm ab — zum Beispiel. Der ist einfach nichts. Und der Sheikh wird die Tür öffnen, wenn er nichts geworden ist, wenn er nichts ist. Vorher kann er sie nicht öffnen. Aber er lässt dich nicht allein. Er lässt uns niemals allein. Er arbeitet an uns, um sie zu öffnen — langsam, langsam, mit aller Barmherzigkeit, mit allen Ratschlägen, mit allem, was möglich ist; mit aller Barmherzigkeit und Großzügigkeit, mit Vergebung und Verzeihen — damit du Schritt für Schritt weitergehen kannst. Und er ist ein Liebender.
Alles, was uns hier zusammenbringt, ist Liebe. Denn Maulana Sheikh Nazim, qaddas Allahu sirrahu l-‚Aliyya, sagte, dass alles, was existiert, aus Liebe existiert. Alles, was existiert, existiert aus Liebe — aus der Liebe Allahs, subhanahu wa ta’ala. Andernfalls würde es gar nicht existieren. Es existiert nur durch Ihn, durch Seinen heiligen Namen Ya Wadud, sagte er.
Macht viel Ya Wadud Dhikr. Ya Wadud ist der Liebende, der Schöpfer der Liebe — und die Liebe selbst. Denn Allah ﷻ hat alles aus Liebe erschaffen, auch das, was Er immer noch erschafft — und Er erschafft immer noch — das Gute und das Schlechte, sozusagen. Es gibt keine Sache, die in Existenz ist, die ohne Seine Liebe ist, oder die nicht aus Seiner Liebe erschaffen ist — sagt der Sheikh. Und das ist die Liebe, die wir erreichen wollen: Die ewige Liebe, die göttliche Liebe — Seine Liebe —, die wollen wir erreichen. Und erst dann wird Frieden sein zwischen allen. Zwischen allen Brüdern und Schwestern, zwischen allen Menschen, InshaAllah. Oder?
Es ist eine Liebe ohne Eifersucht, eine Liebe ohne Neid. Es ist eine Liebe für die Liebe und für die Ewigkeit — für die Liebe selber, die Allah erschaffen hat und aus der heraus Er alles erschaffen hat. Und er hat es geschaffen für den Propheten Muhammad, sallallahu alayhi wa sallam. Aus Seiner Liebe zu ihm ﷺ — aus einer reinen Liebe zu ihm hat Er das alles erschaffen. Sonst hätte er es nicht erschaffen, hat Er gesagt:
„Wäre es nicht für dich, oh mein Habib, hätte ich nichts von der Schöpfung erschaffen.“
„Wäre es nicht für dich …“ — aus Liebe zu Prophet Muhammad, sallallahu alayhi wa sallam, dem Geliebtesten, dem Höchsten, dem Geehrtesten, dem Nächsten (in der göttlichen Gegenwart). Wir müssen uns darüber freuen, wir müssen das wissen, und wir müssen auf diese Weise darüber nachdenken. Manchmal ist es wichtig, die Dinge so zu betrachten.
Betrachte alles, was dir begegnet, positiv und sage: „Alhamdulillah.“ Sieh das Gute, wo immer du kannst. Selbst wenn etwas schlecht aussieht, versuche immer, das Gute darin zu sehen. Das ist sehr wichtig.
Negativität — so hat die Wissenschaft in jüngster Zeit nachgewiesen, ich weiß allerdings nicht wirklich, ob das stimmt oder nicht — aber man sagt, dass negatives Denken, Sorgen und solche Dinge, sowie Traurigkeit, der Psyche und sogar dem Gehirn schaden. Sie haben herausgefunden, dass es das Gehirn schädigt.
Und Maulana Sheikh Muhammad hielt, vielleicht gestern, eine Sohbat über positives Denken. Wie wichtig — nein, nicht nur wichtig — es muss sein. Positives Denken ist ein Muss, sagt er. Im Heiligen Qur’an und in den Hadithen gibt es Anordnungen, dass wir positiv denken sollen. Als Gläubiger bist du verpflichtet, von jedem Gläubigen, oder jemandem, der sich selber als Gläubiger bezeichnet, gut zu denken. Du musst gut von ihm denken, ganz gleich, was er getan hat.
Man muss siebzig Entschuldigungen finden für einen Bruder, der vielleicht irgendetwas getan hat, was nicht in Ordnung ist, und dich vielleicht auch verletzt hat. Du musst siebzig Entschuldigungen finden, bevor du ihn verurteilen kannst. Und das kannst du nicht — so viele Entschuldigungen finden. Deswegen ist er immer dein Bruder und du musst das Beste von ihm annehmen. Möge Allah uns helfen, InshaAllah.
Gibt es noch Fragen dazu?
Frage: Wie entkommt man Shaytan?
Sheikh Hassan: Lauf weg! Kannst du laufen? Lauf weg — schnell, weit weg, so weit und so schnell du kannst. Lauf, wohin du willst. Lauf zu Allah. Du musst zu Allah laufen, denn es gibt keinen anderen Weg. Du kannst laufen, wohin du willst — Shaytan kommt hinter dir her und wird dich einholen. Der einzige Ort, an dem er dich nicht erreichen kann, ist bei Allah. Du kannst auch zu deinem Sheikh laufen — sogar zu deinen Brüdern und Schwestern —, zum Propheten ﷺ, zu Allah.
Sheikh Nazim sagte das sehr oft: „Lauft weg.“ Aber dumme und törichte Menschen laufen vor Allah weg. Sie laufen vor Allah weg — direkt in die Arme Shaytans.
Nicht wahr? Versteht ihr?
Hat noch jemand eine Frage? Oh, oh, oh. Ja, bitte.
Frage: Wie kommen wir jetzt von dem unbewussten Zustand zum bewussten Zustand.
Sheikh Hassan: Ha ha ha. Du kannst dem Club von David beitreten. David, David, wo bist du? David, ist er nicht da? Butler, bist du da? Dein Vater?
A. Nour: Er war hier.
Bruder: Er hat dort geschlafen.
Sheikh Hassan: Lass ihn schlafen, lass ihn schlafen. Es ist in Ordnung.
Was wollten wir sagen? Ja. Deine Frage: „Wie kommen wir vom Unbewussten zum Bewussten?“
Er fragte, wie wir vom Unbewussten zum Bewussten kommen.
Und wir sagen, dass dies der Grund für unsere Anwesenheit ist. Das wollen wir alle, und jeder kann etwas darüber sagen, in jedem Zustand. Wir sind auf dem Weg vom Unbewussten zum Bewussten. Bewusstsein wovon? Von Allah, subhana wa ta’ala — das heißt, Ihn zu kennen, Allah zu erkennen.
Und wie kannst du Ihn erkennen? Indem du dich selbst erkennst. Also du weißt etwas von dir selbst, du bringst Sachen von dir selber in Erfahrung, und wirst dadurch mehr von Allah ﷻ in Erfahrung bringen. So sagt der Prophet ﷺ:
„Wer sich selbst kennt, kennt seinen Herrn.“
Das ist das Ziel, und wir sind auf dem Weg dazu — in allen möglichen Stufen und Farben. Man kann auch sagen, wir sind auf dem Weg vom Iman Taqlidi, dem imitierten Glauben, zum Iman Haqqiqi, dem wahren Glauben. Das ist unser Weg. Der wahre Glaube wird uns ein absolutes Bewusstsein bescheren — der wahre Glaube. Absolutes Bewusstsein ist natürlich Allah — Ihn zu kennen, ist absolutes Bewusstsein —, jetzt logisch gedacht.
Allah weiß es am besten. Möge Er uns zu den höchsten und glücklichsten Stufen in diesem Leben und im nächsten Leben führen, inshaAllah.
Wa min-Allahi at-taufiq, bi hurmati al-Fatiha.
