Eid-Khutba Sheikh Hassan
27. Mai 2026, Osmanische Herberge Kall
Ya ayuhal mu’minun! Oh ihr Gläubigen. Eid Mubarak. Mashallah. Dies ist eines der größten Tage im Jahr für die Muslime und für Gläubige — Eid ul-Adha.
Und wir sagen Gratulation, und wir danken Allah subhana wa ta’ala, unserem Schöpfer, dass Er uns diesen Tag erleben lässt. Und dass Er uns erschaffen hat und uns erscheinen lassen hat, auf dieser Welt, in dieser Zeit — in der Zeit vom Prophet Muhammad ﷺ. Und wir sagen, durch unseren Scheikh, und durch unsere Auliyas — die uns betreuen, und die nach uns schauen, (in der Zeit) nach dem Propheten Muhammad ﷺ — wir sagen zu den Leuten: „Kommt zum Islam. Verleugnet nicht den Islam. Und vergesst nicht den Islam. Ihr Muslime!“
(Diejenigen) die Muslime sind, als Muslime geboren sind, vergessen den Islam, vergessen die Sunnah des Propheten ﷺ und sind dabei die Handlungen des Achtlosen zu kopieren und sich in der Welt zu verlieren, und die westliche Welt nachzuahmen. Anstatt ihren Islam, den Propheten ﷺ, und die Sunnah des Propheten zu verehren, ziehen die Muslime es vor, den Westen zu verherrlichen und nachzuahmen und die materiellen Ziele im Westen zu erreichen. Das ist der schreckliche und bedauernswerte Zustand der Ummati Muhammadi — in großen Teilen der Welt.
Alle möchten in den Westen. Ich kann mich gut erinnern, 1979, als wir nach Damaskus ausgewandert sind, dass mich jeden Tag die Syrer angesprochen haben: „Wie komme ich zu einem Visum für Deutschland? Ich will nach Deutschland. Hilf mir nach Deutschland zu kommen.“
Und ich habe ihnen gesagt: „„Was willst du in Deutschland? Ich komme gerade von Deutschland. Ich komme zu euch. Ich komme zu euch, um den Segen von eurem heiligen Land zu empfangen. Warum willst du ins Kafirland? Warum willst du in den Westen?“
Aber da gibt es kein Bewusstsein. Da gibt es nur das Nafs al-Ammara bis-Su, das Ego, was den vier Feinden unterlegen ist — nämlich Shaytan, dem Einflüsterer, und den Wünschen, endlosen Wünschen, und Dunya und ihrem Nafs.
Möge Allah uns schützen, inshallah. Allah hat uns den besten Weg gegeben und hat uns alles vom Besten gegeben, im Diesseits und im Jenseits. Deswegen … sagt es euren Leuten. Schweigt nicht. Sagt euren Kindern, „Islam ist die einzige Rettung.“ Nichts anderes kann einen irgendwie retten. Niemand wird gerettet. Nur der Islam kann die Welt retten — mit einem Gesetz. Mit einem Gesetz von 1300 Gesetzen könnte man die Welt retten.
Und viele große Geister, auch aus der westlichen Welt, haben das bestätigt. Wie Goethe zum Beispiel. Goethe hat gesagt: „Wenn Islam Gottergebenheit heißt (und Islam heißt Gottergebenheit), dann leben und sterben wir alle im Islam.“
Ein aufgeweckter, ein aufgewachter Geist, ein aufgewachtes Herz, weiß das. Deswegen … sagt es weiter. Beklagt euch nicht: „Mein Kind ist im Knast, mein Kind nimmt Drogen, mein Kind ist dies, mein Kind ist das …“ Ja klar. Shaytan wartet doch da drauf, euch eure Kinder wegzunehmen. Und es ist die schlimmste Zeit. Deswegen ist es die wichtigste Zeit, den Islam festzuhalten, sehr fest, mit allem Drum und Dran. Und da ist nicht so viel ‚Drum und Dran’. Da sind mal die Gebete als Grundlage — einfach die Pflichten einzuhalten. Und möglichst Gutes zu tun für alle Menschen. Sei gut mit jedem Menschen. Tu dein Bestes mit jedem Menschen, mit jedem Tier, mit allem, was dich berührt. Tu dein Bestes. Das ist Islam. Nicht, „Wie folge ich meinem Ego, wie folge ich Shaytan, wie folge ich meinen Wünschen.“
Möge Allah uns schützen, inshallah, und uns dankbar sein lassen. Das ist der Weg der Sunnah des Propheten Muhammad ﷺ. Er ist uns geschickt (worden). Und die Leute müssen aufwachen. Und auch die Professoren, Doktoren, die meinen alles besser zu wissen. Sie sollen wissen, dass das höchste Geschöpf, was es überhaupt gibt, der Prophet Muhammad ﷺ ist. Dass Allah ihn als erstes erschaffen hat, von Seinem Licht, und dass er als letztes erschienen ist als Prophet auf dieser Welt, um alles zu korrigieren und alles richtig zu stellen, was falsch gelaufen ist durch die Egos der Menschen.
Sie sollen es wissen. Wenn sie es nicht akzeptieren, wird das passieren, was momentan geschieht. Es wird eine Zeit kommen, in der die Ungläubigen, und schlechte Leute, ungute Leute weggenommen werden von dieser Welt. Und nur Mahdi, alayhi salam — der prophezeite Retter der Menschheit aus der Familie des Propheten Muhammad ﷺ, Muhammad Al-Mahdi — wird, wenn er kommen wird, durch Wunderkraft von Allahs ﷻ die Gläubigen um sich sammeln. Und es ist Pflicht — und man muss (das) wissen, als Muslim — auf ihn zu hoffen und für ihn zu beten und dafür, dass er bald kommt. Das ist (die) Pflicht von einem Muslim. Da gibt es große Teile in der Ummati Muhammadi, die verleugnen das. Sie glauben nicht daran. Sie verleugnen das, weil sie nicht an Tariqat glauben. Sie glauben nicht an Tariqat. Und Tariqat ist die Seele und die und das Herz des Islams.
Tariqat heißt, einen Sheikh zu haben, einen geistigen Wegführer zu haben, sich einem Sadiq anzuschließen. Meint ihr, ihr könnt ohne einen Sadiq ins Paradies? Ihr könnt ohne einen Sadiq das Wohlgefallen Allahs ﷻ bekommen?
Könnt ihr nicht! Das konnten die Gefährten vom Propheten ﷺ (auch) nicht. Sie konnten es nicht, ohne den Propheten. Und nach dem Propheten gibt es die Warith Rasulullah, die Erben des Propheten, die seine Geheimnisse geerbt haben und durchsetzen, und in Praxis umsetzen, bis in die heutige Zeit. Und so jemanden muss man finden. Jeder muss so einen finden, damit er jemanden hat, der ihn drauf aufmerksam macht, dass er stolz ist, dass er Stolz hat — mit einem Gramm Stolz, und weniger als ein Gramm, kommst du nicht ins Paradies — der dir zeigt, dass du Neid hast, dass du andere beneidest, der dir zeigt, dass du deinem Ego folgst, der dir zeigt, dass du 80.000 schlechte Eigenschaften hast.
So einen braucht man. Damit man bescheiden wird, dass man seinen Platz kennt. Möge Allah uns das geben, inshallah — und Er gibt es uns — und mögen alle Leute daran teilnehmen, inshallah.
Und wer klagt und wer sich beklagt — sagt es ihm, was der richtige Weg ist. Ihr seid Brüder und Schwestern, ihr seid auf dem richtigen Weg. Sagt es. Warum sagt ihr es denn nicht? Was steckt euch denn im Hals? Was steckt denn fest in euch? Sagt doch, wiederholt es doch … wenigstens, weil ihr es gehört habt, von einem Aufrichtigen. Ihr habt’s vom Sheikh Nazim gehört, und von Sheikh Muhammad gehört, 35 Jahre lang.
Sagt es ihnen. Und hört selber auf mit dem Jammern. Jammern ist jetzt wissenschaftlich erwiesen — es muss ja alles erstmal wissenschaftlich erwiesen werden, sie kriegen alles raus, maschallah — jetzt haben sie rausgekriegt, das Jammern schädlich ist. Mit Studien, natürlich, Studie so-und-so. Jammern ist schädlich. Sich beklagen ist schädlich — für die Psyche, erwiesenermaßen, und schließlich fürs Gehirn. Es ist fürs Gehirn schädlich, zu klagen. Deswegen lass es lieber sein. Du nimmst doch auch nicht Krankheitspillen zu dir, oder Bakterien zu dir, oder Viren, freiwillig, zu dir. Oder? Du sagst doch, „Da werde ich ja krank davon.“ Jammern macht dich krank. Sich beklagen macht dich krank. Verzichte da drauf. Verzichte einfach: „Ah, da kommt eine Klage? Hm-mm.“ (Sheikh Hassan legt den ausgestreckten Zeigefinger auf die Lippen).
Silence. Schluss. Stille.
Ich warte, bis es vorbeigeht und sage: „Alhamdulillah. Alhamdulillah für das, was ich habe. Alamdulillah dafür, dass ich einen Körper habe, dass ich den Islam habe, dass ich Essen habe, dass ich ein Dach über den Kopf habe, dass ich am Leben bin, dass ich atme … in diesem Atmen sagen kann, ‚Alhamdulillah, wa shukrulillah, wa la ilaha illallah, huwa Allahu Akbar … Mashallah … Shukrulilah.’“
Für das Diesseits, und im Hinblick auf das Jenseits, inshallah. Möge Allah uns schützen, inshallah. Und (mögen wir) Allah loben, und Allah danken, und nicht uns beklagen — egal was passiert.
Und das geht. Es geht auch unter den Brüdern und Schwestern. Wir haben Brüder und Schwestern gesehen, die sind sterbenskrank und am Sterben, und die lächeln. Warum lächeln die denn? Du hast Kopfschmerzen und beklagst dich, und die lächeln und sind am Sterben. Wie geht das denn? Weil sie wissen, dass der Tod nur ein Übergang ist — ein Übergang von diesem Leben in das nächste Leben – ein nach Hause kommen. Dies ist nicht unsere Heimat.
Der erste Satz, der ersten Sohba, die ich je von Maulana Sheikh Nazim, qaddas Allahu sirra aliya, gehört habe, war der Satz: „This is not our homeland.“
„Dies ist nicht unsere Heimat.“
Versuch dir das nicht gemütlich zu machen in deiner Heimat, deine Heimat kommt noch, und da ist es sehr gemütlich, sagt man. Sehr gemütlich. Ohne Ende. Ohne Ende Freude, ohne Ende Schönheit ohne Ende Wissen, ohne Ende Nahrung, ohne Ende Neuerschaffung. Nie langweilig. Immer neu, immer neu, ohne Ende. In Ewigkeit. Liebe in Ewigkeit. Freude in Ewigkeit. Das ist, was (dort) auf uns wartet. Das ist unser Zuhause. Von dort sind wir erschaffen worden. Von dort hat Allah uns erschaffen und dorthin führt Er uns zurück.
Deswegen ist es eine Freude. Es ist eine Freude. Und unsere Krankheiten, und unsere Schwierigkeiten, sind Tests. Es sind Tests, unseren Glauben zu behalten an Allah, und an den Propheten Muhammad ﷺ — der die schlimmsten Tests hatte. Da sind unsere Tests nichts dagegen, gegen die Tests, die die Propheten hatten, gegen die Tests, die die Heiligen haben, gegen die Tests, die wahre Mu’mine haben. Da sind unsere Tests, auf unserer Stufe, leicht — und leicht zu verwandeln in Geduld, und schließlich in Dankbarkeit.
Möge Allah uns schützen inshallah, euch segnen und euch noch viele Eid Mubaraks bescheren, und schließlich uns vereinen mit den Leuten, die uns schon vorgegangen sind in die Heimat, in das Akhira.
