Sohbat Sheikh Hassan
Juma, 14. August 2026, Osmanische Herberge Kall
Möge Allah unsere Herzen schützen, InshaAllah, und möge der Segen dieses heiligen Monats uns erreichen — Rabi l-Awwal, der Geburtstagsmonat, der Monat, in dem Nur Muhammadi (das Licht des Propheten Muhammad ﷺ) diese Schöpfung physisch erreicht hat. Und mögen wir davon, wie wir schon sagten, wiederbelebt werden. Möge es ein Segen sein, InshaAllah, und mögen wir diesen Hauch nutzen, diesen Lebenshauch.
Das ist ein Lebenshauch, ein frischer Wind, ein Frühlingswind, ein geheimer Wind, der unsere Herzen berührt, die Herzen wiederbelebt. Mögen wir ihn nutzen. Wozu? Wir haben zu kämpfen mit unseren Eigenschaften, die uns unterdrücken, und mit denen wir uns selbst unterdrücken — eben diese Seele, diese sich erfrischende Seele. Die ist im Begriff, sich jetzt zu erfrischen und wieder zu beleben, und wir unterdrücken sie.
Wodurch? Die schlimmste oder eine der gefährlichsten Eigenschaften ist der Zorn, der Ärger. Hier spricht der Experte zu euch. 40-mal am Tag. Du hast kein Recht dazu, wir haben kein Recht dazu, unseren Unmut, unsere Unzufriedenheit, unser unbefriedigtes Ego, unsere Erwartungen an jemanden oder an etwas, oder an Allah sogar — und Allah will was anderes und du willst was anderes — kein Recht dazu, es in Wut und Aggression herauszulassen. Nicht nur kein Recht — es ist verboten.
Es ist verboten. Und es ist für viele Menschen, zum Beispiel für mich, eine Lebensaufgabe, dagegen anzukämpfen, dem Ursprung dieser Wut — oder dieses Ärgers oder dieser Unzufriedenheit, dieser Nicht-Akzeptanz des Egos, der Nicht-Übereinstimmung des Egos mit dem Willen Allahs — Ausdruck zu verleihen und rumzuschreien, mit der Familie, herumzuschreien oder aggressiv zu sein. Was soll das für einen Frühling geben? Das gibt einen Schneesturm, aber keinen Frühling.
Wir sollen das benutzen, wovon Allah sagt, dass wir es benutzen sollen. Und Allah sagt im Heiligen Qur’an:
„Ruf Mich bei Meinen Namen.“
Was heißt das? Das heißt, in deiner Situation — und du kannst nicht anders als auszurasten, wieder einmal — bittest du Allah um Hilfe. Wie bittest du Allah um Hilfe? Du kannst Ihn mit allen Mitteln um Hilfe bitten. Aber Er sagt: „Ruf Mich bei Meinen Namen.“ Ya Ghaffar, Ya Ghafur, Ya Rahim, Ya Wadud — alles liebevolle, verzeihende, besänftigende Namen.
Ya Halim. Jeder soll nachts, falls er aufsteht, oder nachts betet — oder am Tag, egal, einmal am Tag — hundertmal sagen: „Ya Halim“. In Gebetsrichtung sich hinstellen mit der Kette und sagen: „Ya Halim, Ya Halim.“ Und zwar mit der Absicht, den Zorn zu bewältigen. Ya Halim. Das ist deine Aufgabe. Das ist unsere Aufgabe, das ist unsere absolute Pflicht.
Wie wäre es, wenn Allah, subhana wa ta’ala, zornig mit uns wäre und uns unsere Fehler nicht verzeihen würde? Du könntest nicht eine Minute auf deinen Beinen stehen. Nicht eine Minute. Der schickt dich zum Mond — Allah, subhana wa ta’ala — und ich weiß nicht wohin. Und wer bist du, dass du … das HB-Männchen kennt ja keiner mehr … dass du der Wütende, der Wüterich bist, der alles besser weiß und die anderen anschreien kann, und seine Sachen rauslassen kann, und seine Negativität rauslassen kann — in der Familie, bei den Brüdern und Schwestern, dort und dort. Sag: „Ya Halim.“
Und jetzt ist natürlich die Zeit für Salawat Sharifa. 100 Mal mindestens am Tag. 1000 ist besser. 10.000 ist nicht verboten, ist wunderbar. 100.000 ist … es gibt keine Grenzen.
„Allahumma salli ala Muhammadin wa ala ali Muhammadin wa sallim. Allahumma salli ala Muhammadin wa ala ali Muhammadin wa sallim. Allahumma salli ala Muhammadin wa ala ali Muhammadin wa sallim …“
MashaAllah. Wer bist du? Wer sind wir? Wir sind nichts. Nichts. Und du denkst, du betest, und du bist Muslim, und du bist besser als andere, und du bist auch noch in Tariqat, und du hast auch noch einen Sheikh, und jetzt hast du so viel gebetet und so viel Dhikr gemacht. Oh … (lacht amüsiert). Allah braucht das? Subhanallah wa ta’ala. Es ist ein Geschenk, alles ist ein reines Geschenk. Dein Leben ist ein Geschenk — dass du hier bist. Und der Gipfel dieses Geschenkes und die Schönheit dieses Geschenkes ist, dass du glauben darfst, dass du „Allah“ sagen darfst.
Du bist geboren und darfst „Allah“ sagen. Du hast Allah am Anfang gesagt, als du geboren wurdest. (Imitiert die Schreie eines Neugeborenen:) „Allah, Allah, Allah“ — wenn das Baby geboren wird. Dann, nach acht Tagen, ist alles bedeckt. Und du bekommst die Chance, nochmal „Allah“ sagen zu dürfen. Allah gibt dir nochmal die Chance. Er erweckt dich, gibt dir ein zweites Mal ein Leben. Allahumma salli ala Muhammadin wa ala ali Muhammadin wa sallim. Das ist ein Geschenk. Ein absolutes Geschenk. Du hast nichts damit zu tun. Du hast nichts damit zu tun, sozusagen, du hast nichts verdient. Nichts. Noch kannst du was verdienen:
„Wenn ich das mache, dann bin ich so und dann so, und dann die Stufe, und dann das, und dies und das.“ — Nein. Ein Geschenk. Ein Ein-und-alles-Geschenk. Von Anfang bis Ende. Wenn du ein Milligramm Stolz empfindest in deinem Gebet, dann ist alles sozusagen zunichtegemacht.
