Wie man mehr Aufrichtigkeit erreicht

Sohbat Sheikh Hassan
12. Juni 2026, Osmanische Herberge Kall

Unser Bruder Musa hat eine Frage gestellt: „Wie können wir mehr Aufrichtigkeit erreichen?

„Üben, üben“, sagt der Deutsche. Du übst es.

Aufrichtigkeit heißt Ikhlas. Und da gibt es eine Sure: Surat al-Ikhlas.

„A‘udhu billahi mina sh-Shaytani r-Rajim
Bismillahi r-Rahmani r-Rahim
Qul Huwa Allahu Ahad
Allahu s-Samad“

Qur’an (112:1-2)

(Sheikh Hassan hält inne und schließt für einen Moment die Augen.)

„Lam yalid wa lam yulad“
Qur’an (112:3)

„Weder ist Er geboren, noch gebiert Er.“

„Wa lam yakun kufuwan Ahad“
Qur’an (112:4)

„Und nichts ist mit Ihm zu vergleichen.“

(Singt:) „… nothing compares to you.“

Sinead O‘ Connor — sie ist auch Muslima geworden. Allah Yarhamha. Sie ist ja schon auf der anderen Seite, inshAllah.

Nichts ist mit Ihm zu vergleichen.

Wenn du darüber eine Erkenntnis erreichst, führt sie dich zur Aufrichtigkeit. Wir Menschen sind dazu da, Allah zu erkennen. Weil Er sagt, jalla jalaluhu: „Ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden. Deshalb erschuf Ich die Schöpfung.“

Und dazu braucht man Aufrichtigkeit. Es ist eine Eigenschaft, die gehört dazu (zu diesem Prozess des Erkennens). Da hat der Sheikh gestern von gesprochen — von Aufrichtigkeit.

Wie lernst du Allah kennen? Durch den Propheten Muhammad, sallallahu alayhi wa sallam. Er ist gekommen, um uns Erkenntnis von seinem Herrn zu geben — Rasulullah ﷺ. Und er hat sie uns gegeben, hat alles gegeben.

Und die Eingeweihten — die von ihm Eingeweihten —, die haben die gleiche Mission. Die Awliya — von den Ashabil Kiram bis heute, die Awliya Kiram, die Gottesfreunde — haben die gleiche Mission: den Menschen, also uns, den Schülern, die bereit sind dazu, Erkenntnis zu vermitteln über Allah, subhana wa ta’ala, damit sie von unserem Herrn, von Allah ﷻ Erkenntnis erlangen.

Das geht nur mit Aufrichtigkeit. Deswegen kannst du das auch nur von so einem Warith Rasulullah, einem Erben des Propheten ﷺ lernen — von so einem Sheikh, von einem Murshid — weil er Aufrichtigkeit hat.

Du kannst ja nicht Aufrichtigkeit lernen von jemanden, der nicht aufrichtig ist, hundertprozentig. Oder? Nur von ihm kannst du Aufrichtigkeit lernen und Erkenntnis erlangen. Und je mehr wir erkennen, je mehr Allah uns das gewährt, desto aufrichtiger werden wir, InshaAllah.

Wenn wir die Sure verstehen würden, „Qul huwa Allahu Ahad“, dann würden wir alles verstehen. Und wir würden verstehen, dass Allah ewig ist, und jetzt ist, in diesem Moment, und dass alle Seine Namen, alle Seine schönen Namen, ewig sind — ewig in Arbeit. In Action.

Ständig. Ununterbrochen. Samad. — Ahad. Samad.

Da haben sie Bilal, radiallahu anhu, gequält, gefoltert, weil er Shahada gesagt hat. Bilal Habashi. Sie haben ihn gequält, haben ihn fast getötet, einen schweren Stein, einen Riesenstein auf ihn gelegt, in der Gluthitze. Und er hat immer nur gesagt: „Ahad! Ahad!“

(Sheikh Hassan hebt den ausgestreckten Shahadafinger in die Luft)

Ahad. Da könnt ihr so viele Steine rauflegen, wie ihr wollt — Ahad.

Und all die Namen, die wir kennen sollen — jeder einzelne dient dazu, Allah zu erkennen. Das ist der Grund, warum wir hier sind: um Allah zu erkennen, um unseren Herrn zu erkennen. Astaghfirullah. Ich sage das zwar, aber ich sollte eigentlich nicht sprechen. Doch genau das sagen sie — dass wir nur hier sind, um Allah zu erkennen.

Allah selbst sagt dies. Und der Prophet ﷺ sagt dies, und so tuen es die Awliya und die Aufrichtigen: Der Mensch ist nur dazu da, Allah zu erkennen, seinen Herrn zu erkennen. Das ist der Grund. Und alles geht darauf zurück.

Denn es gibt nur Allah. Und du sagst: „La ilaha illallah“ … Alle schönen Namen und alle anderen Namen — unzählige Namen — sind am Werk. Sie sind wirksam. Ewige. In der Ewigkeit. Sie wirken in der Ewigkeit.

MashaAllah. Allahu Akbar, wa lillahi l-hamd.

Khalaq! Al-Khaliq. Der Schöpfer. Er ist nun am Erschaffen. Oder etwa nicht? Oder hat Er die Welt in sechs Tagen erschaffen und war dann sehr müde, wie die Christen sagen: Es war Sonntag, und dann ruhte Er sich aus.

(Der Sheikh lacht leise.)

Oder: Er erschafft. Gerade jetzt erschafft Er. In diesem Augenblick erschafft Er. Es ist neu, nicht alt — nur wir sind alt. Unser Verhalten macht uns alt. Unser Adabsiz (Mangel an Adab) macht uns alt. Und es ist nicht alt — es ist neu. Jede Sekunde ist neu.

Möge Allah für uns sorgen. Er sorgt für uns. Allahu Akbar. Durch was sorgt Er für uns?

(Imitiert einen selbstgefälligen Tonfall:) „Weil du so großartig bist. Deshalb.“

Nein, nein. Wegen deinem Sheikh. Alles kommt von deinem Sheikh; nichts von dir. Alles durch deinen Sheikh, von deinem Sheikh. Jede Gabe — alles kommt von deinem Sheikh.

(Er erhebt seine Hände im Gebet.)

Allahu Akbar, wa lillahi l-hamd. Laka shukr, wa laka l-hamd.

Danke, oh Herr, dass wir solche Awliya kennen dürfen, solche Freunde von Dir — dass es uns gewährt ist, mit ihnen in Verbindung zu treten. Das ist nichts als ein Geschenk. Wir sind dessen nicht würdig. Im Gegenteil, wir handeln genau verkehrt herum.

Und sie sind barmherzig. Die Barmherzigkeit Allahs ist in ihren Herzen. Sie tragen die Barmherzigkeit Allahs in ihrem Herzen. Und so geben sie.

Und wir müssen das wissen, InshaAllah, und dankbar dafür sein. Möge Allah uns beschützen, damit wir immer auf diesem Weg bleiben. Und damit wir mehr Aufrichtigkeit erlangen, wie Musa sagte. Das ist die richtige Frage: Mehr Aufrichtigkeit und mehr Standhaftigkeit zu erlangen. Alles Gute entspringt daraus.

Möge Allah uns vor unseren Feinden schützen und uns den Weg zur Aufrichtigkeit öffnen, InshaAllah. Alles Gute kommt von der Aufrichtigkeit.

Wa min-Allahi at-taufiq.

Al-Fatiha.

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